Zunächst erlaubte der lange Distanzunterricht die Auseinandersetzung mit der Erzählform „Kamishibai“ nur in der Theorie. Erfreulicherweise bot sich nun kurz vor Schuljahresende noch einmal im Präsenzunterricht die Gelegenheit, praktische Erfahrungen mit dieser Form des Erzähltheaters zu sammeln, die Umsetzung zu üben und die Ergebnisse vor der Klasse zu präsentieren.
Doch zunächst eine kurze Erklärung, was Kamishibai eigentlich ist:


Das Kamishibai steht in der langen Tradition einer visuellen Erzählkunst in Japan. Vorläufer dieser besonderen Form des bildgestützten Erzählens lassen sich dort mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen.
Von seiner zusammengesetzten Wortbedeutung her ist das Wort "Kamishibai" am besten mit "Papiertheater" (kami = Papier, shibai = Theater) zu übersetzen. Damit sind tatsächlich zwei wesentliche Eigenschaften benannt: Papier ist immer mit im Spiel, und zwar in Form von stabilen Bildkarten oder -streifen, mit denen die einzelnen Szenen einer erzählten Geschichte illustriert werden. 

Der bühnenartige Kamishibai-Rahmen, in dem die szenischen Bilder präsentiert werden, lässt tatsächlich an eine Theatersituation denken und bringt sie in besonderer Weise zur Geltung. Lebendig werden sie durch die engagierte Präsenz des Erzählers.

Die Klasse freute sich darauf, die in Gruppen erarbeiteten Kamishibai-Vorstellungen präsentieren zu können. Der Unterrichtsraum verwandelte sich für die Zeit der Darbietungen in einen Theaterraum mit kleiner Bühne und gespannten Zuschauern.

Die Themen sprachen in ihrer Vielfalt die unterschiedlichsten Zielgruppen an: Eine neue Interpretation der Gedanken von Beppo Straßenkehrer aus dem Kinderbuch „Momo“ von Michael Ende eröffnete eine neue Perspektive auf das eigene Stressempfinden. Die Geschichte vom Regenbogenfisch, eine Geschichte über die Jahreszeiten oder ein erzähltes Abenteuer beim Durchschwimmen einer unter dem Wasserspiegel liegenden Höhle führten das Publikum in phantastische Welten.

Es gelang allen Gruppen eine wirklich eindrucksvolle Präsentation, die das Publikum fesselte und begeisterte. Diese Vorstellungen machten die besonderen Eigenschaften und Chancen des Kamishibai erfahrbar und begreifbar und fügten es so als wertvolle Ergänzung dem „medienpädagogischen Werkzeugkoffer“ der angehenden Heilerziehungspflegerinnen und –pfleger hinzu. 


Juni, 2021 Reinhard Lipp, Lehrkraft

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